MODELL-SPORT / SLOTCAR
Formel 1  im Maßstab 1:24

THE MAKING OF ...

Anfang Januar 2010 entschließe ich mich, ein neues Formel1-Modell-Projekt in 1:24 für die Carrera-Schiene anzugehen.
Die Wahl - welches Auto - fiel nicht besonders schwer. Eine Legende sollte es sein:

Der aktuelle 2010ner F1-Werks-Mercedes, gesteuert von Michael Schumacher.

Leider ist weltweit kein Modellbausatz oder Modellauto im Maßstab 1:24 verfügbar. Das heißt: Alles selber konstruieren.
Meine Vorlagen waren ausschließlich veröffentlichte Fotos im Internet. Mehr nicht.

Am 18. Januar 2010 starte ich das Projekt und besorge mir die Grundausstattung wie z.B. das 1:24er Chassis.
Dann warten ...
25.01.2010 : Präsentation der neuen Lackierung bei Mercedes in Stuttgart. Ich bin begeistert und fange an zu bauen.
10.02.2010 : Die Testphase des W01 in Jerez beginnt - ich sehe ein völlig neues Auto. Alles noch mal von Anfang.
15.02.2010 : Neue Bilder des Originals im Internet. Es wird immer schwieriger ... doch ich mache weiter ...
25.02.2010 : Weitere Tests in Barcelona. Noch mehr Fotos ... Ich bin bereits bei der Lackierung ...
10.03.2010 : Mein Modell des W01 in 1:24 für die Carrera-Schiene ist fertig. 103 Stunden effektive Arbeitszeit.
14.03.2010 : Erster Lauf der Formel1 in Bahrain ...

Welche Teile braucht man - und wie fängt man an?

1) Das Chassis PF2800J Super Formula Pro von PLAFIT

2) Ein Modellbausatz in 1:24 als “Grundgerüst”: Der MP4-22 von Mini-Z

3) Der W01 hat im vorderen Bereich eine breitere Nase. Ich nehme als Grundlage die Ferrari-Nase aus 2004 von Mini-Z

4) Alte Computer-Disketten 3 1/2” - Denn wir brauchen zahlreiche, dünne Kunststoff-Platten ...

Den fertigen Frontflügel kann ich nicht
verwenden, da der neue Flügel des
W01 an den Brawn GP aus 2009
angelehnt ist.

Aus den Kunststoff-Wänden der
Disketten baue ich u. a. den Frontflügel
komplett, den Heckflügel, den vorderen
Chassisboden und die Flaps.

5) Motor, Kabel, Schleifer, Reifen, Airbrush, Farben und natürlich die selbsterstellten, vorbereiteten Decals (Wasserschieber):

START ...

This is a model car for non-commercial use.
UNIKAT / EINZELSTÜCK.

Los geht es mit der Bearbeitung der Karosse (MP4-22) um einen W01 daraus zu machen. Erste Fräsarbeiten.

Einkleben von Stabilisatoren. Verlängerung der Frontpartie.

Nach der Vermessung des W01 anhand von originalen Fotos müssen wir die Front um 14,5mm verlängern.
Gleichzeitig setzen wir die Grundkonturen für den “Höcker” der Hakennase.

Mit dem Haarfön erwärmen wir die Karosse und biegen dann die Lufteinlässe auf “W01-Originalform”.
Anschließend setzen wir eine Querstrebe zur Fixierung.

Die neue, typische Form entsteht.

Den Frontflügel bauen wir komplett aus Disketten-Kunststoff und integrieren die Ferrari-Nase aus 2004.
Hier ist “Freihand-Erfahrung” gefragt, denn es gibt keine Vorgaben/Zeichnungen (außer Flügel-Breite: 75mm, Tiefe: 24mm).

Der Frontflügel mit Nase von Unten.

Die frei konstruierte, angesetzte Nase weist schon den “Knick” auf. Auch hierbei wurde “Freihand” gearbeitet.

Die “Falken- oder Höcker-Nase” entsteht. Hier wird sehr viel ohne “Vermessung” gearbeitet, da es mehr auf die optische
Wirkung ankommt, die später noch durch die Lackierung/Decals verstärkt wird..

Die neue Frontpartie mit verschraubtem Frontflügel.

Eine Magnet-Kupplung zwischen Karosserie und Nase mit Frontflügel wird integriert (Rund-Magnete 10x2mm).
Da man auf der Carrera-Bahn auch schon mal “abfliegt” ist der Schaden nach dem Einschlag geringer, da die komplette
Nase sich von der Karosserie lösen kann.

Diverse Spachtelarbeiten sind notwendig, um alle Öffnungen und die vorher freigefrästen Abgasrohr-Hutzen zu verschließen.

Das “Schwert” auf dem Rücken der Karosserie ist auch aus Disketten-Kunststoff.

Die Seitenteile des Heckflügels fertigen wir ebenfalls aus Disketten-Kunststoff an. Die zwei Innenteile nehmen wir vom MP4-22.

Noch ein Teil aus Disketten-Kunststoff: Der vordere, untere Chassisboden auf dem die Flaps stehen werden.

Der Chassisboden wird danach auf dem Chassis befestigt (geklebt). Die Torsions-Mechanik des Chassis bleibt unberührt.
Spurweite Hinten 81,7mm, Vorne 75,8mm

Diese Teile sind bereits von uns erstellt: Heckflügel, Diffusor, Frontflügel mit Magnetnase, Karosserie, Fahrer mit Lenkrad.
Hier hat Michael Schumacher noch den falschen Rennanzug an. Das wird von uns aber noch geändert.

Jetzt wird die Karosserie geschliffen. Spachteln & Schleifen. Spachteln & Schleifen ... Bis hoch zum 4000er Fliess ...
Der Radstand des Plafit-Chassis wurde auf die Karosserie mit Nase und Flügel eingestellt ( 128mm ).

LACKIERUNG ...

Die Airbrush wird klargemacht und es geht an die erste “Test-Grundierung” (hier: Emaille-Grundierung).

Der erste 3000er-Naßschliff verrät noch einige Fehler ... ansonsten kommen wir der Sache näher ...

Diese Teile sind ebenfalls grundiert worden. Die Flaps haben wir aus dem Vollen angefertigt. Die Windschwerter sind aus
Disketten-Kunststoff. Der Fahrer bekommt die richtige Farbgebung ( Unsere Grundierfarbe ist genau die Rennanzugfarbe ).

Die dritte Grundierung sieht jetzt gut aus.

Der Frontflügel zeigt jetzt auch ein gutes Lackier-Ergebnis ... Nachschleifen mit 4000er Fliess ist noch notwendig.

Die erste Lackschicht tragen wir in “Aluminium-Metallic” mit der Airbrush auf.

Den Front- und Heckflügel lackieren wir “in einem Zug”, um einen Farbunterschied auf Grund von Schichtdicken zu vermeiden.

Die Airbrush-Cracks von Mercedes haben dem originalen W01 diverse Längsstreifen in einem dunkleren Silber gegeben.
Der Grundton des Autos ist ein helles Silber und die Streifen ein dunkleres Silber. Wir mischen ein dunkles Silber an und
lackieren mit angefertigten Schablonen die Streifen mit der Airbrush.

Die Schablonen haben wir aus normalem Kopier-Papier angefertigt.

Die Airbrushpistole auf “Nebel” eingestellt und einmal kurz drüber - fertig.

Der Nase geben wir per Freihand-Airbrush den “Black Kick”. Hier wird später der Mercedes-Stern plaziert sein.

Die Lackierungsarbeiten sind abgeschlossen ( Für’s Erste - denn nach dem Aufbringen der Decals wartet noch der Klarlack ).

Vor dem Aufbringen der “Decals” wird eine Schicht Klarlack ( glänzend ) spendiert.

Das Chassis wird während der Trockenzeiten der Lackierung vervollständigt:
Motor, Chassisboden, Blink-Elektronik ( Entwicklung von mir ), Reifen, Reifendecals, Inlets, Carbon-Vorderachsaufhängung ...
Weiter statten wir das Chassis mit einem per DIL-Schalter abschaltbaren Motor aus, um später die Heckleuchte auch in der
Stand-Vitrine blinken zu lassen.

DECAL´s ...

Die Vorbereitung der Decals war sehr schwierig, da keine Vorlage existierte. Wir haben die Logos und Schriftzüge den
veröffentlichten Fotos entnommen und am Computer bearbeitet. Die Größenanpassung auf 1:24 haben wir dann vermessen.

Nachdem die Decals mit dem Tintelstrahler gedruckt und anschließend mit wasserfestem Klarlack geprimert sind, wird
mit der Nagelschere ausgeschnitten und Alles einzeln aufgebracht.

Die Frontpartie besteht an der “Spitze” aus der schwarzen Airbrush-Lackierung und an den Seiten aus den geschwungenen,
schwarzen Decals. Beides geht nahtlos ineinander über. Jetzt erst hat der “Höcker” seine ganze optische Wirkung.

Die Streifen sind je nach Lichteinfall deutlich oder weniger deutlich zu erkennen. Eine Klarlackschicht liegt zwischen den beiden
Silber-Tönen.

Der Zwischencheck “Karosserie PLUS Chassis” - Passgenauigkeit.

Decaln von Body und Nase.

Decaln von Body und Nase.

Decaln des Fronstspoilers.

Decaln des Heckspoilers.

Michael Schumacher in vollem Dress.

Das Decaln ist abgeschlossen. Jetzt fehlen noch diverse “Schwarz-Lackierungen”. Bevor wir jedoch einige Ränder oder z.B. die
Innenseiten des Heckspoilers schwarz lackieren, bringen wir den endgültigen Klarlack auf ( Semi-Matt ), und versiegeln somit
die Decals. Erst ganz zum Schluss arbeiten wir mit Schwarz in Form einer Beschichtung auf Wasserbasis. Das greift den
Klarlack nicht an und kann bei eventuellen Missgeschicken leicht wieder entfernt werden.

Während der Trocknungsphase des Klarlacks ( Finish ) bauen wir die Vitrine. Eine “Legende” sollte auch in einer würdigen
Vitrine stehen.

Wir bauen in die Grundplatte ein Batteriefach für eine 9-Volt-Blockbatterie ein. Präsentieren wollen wir das Auto mit einer
LED-Vitrinenboden-Beleuchtung in PETRONAS-Farben. Dann fertigen wir eine Carbonplatte aus 0,3mm Stärke an.

Vitrine ...

Wir integrieren sechs 5mm-LEDs ( Farbe: Cyan ), einen EIN/AUS-Schalter, und rechts und links vom Leitkielausschnitt die
Kupferdraht-Stromversorgung für den W01. Da wir den Motor des Autos per DIL-Schalter am Auto abschalten können, bleibt
die Blinkelektronik für die Heckleuchte in Funktion. Die Heckleuchte wird dann in der geschlossenen Vitrine blinken.

Die Cyan-LEDs als Präsentationsbeleuchtung strahlen nun in PETRONAS-Farbe die hellen Muster der Carbon-Platte an.
Das Auto wird später davor stehen.

Nach 103 eff. Stunden ... der fertige MGP W01 in 1:24

Die Elektronik und der Heckflügel ( flexibel ) auf dem Chassis.

Zum Abschluss folgt die “Hochzeit” von Karosse und Chassis. Danach werden die Flaps montiert.

Finish . . .

Fertigstellungstermin des Modellautos: Mi, 10.03.2010

Fertigstellungstermin des Modellautos: Mi, 10.03.2010

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